Historie Harlange

HARLINGEN

(Quelle: Die Luxemburger Gemeinden nach den Weistümern, Lehenerklärungen und Prozessen von Nicolas Majerus IV)

Am 5. April 1005 bestätigte Kaiser Heinrich II. auf die Bitte Notgers die Gründung der Kollegiatkirche vom hl. Kreuz in Lüttich und wies den Kanonikern bestimmte Liegenschaften in Harlingen zu (Hadelinia)[1]. König Adolf bestätigte ebenfalls am 5. August 1292 diese Besitzrechte.[2]

 

Unter den Gütern, die Papst Honorius II. am 19. April 1129 der Abtei St. Hubert bestätigte, befand sich auch die Kirche von Harlingen. Die Mönche der genannten Abtei behielten das Patronatsrecht über die Pfarrkirche von Harlingen bis 1707[3]. Harlingen wird unter dem Besitz der Abtei St. Hubert am 23. März 1184 erwähnt[4].

 

Es ist wahrscheinlich, erklärt Denis Guilleaume, daß die Kirche des hl. Servatius in Garlingen im Anfang von der Pfarrei des hl. Lambertus in Bauschleiden abhing, deren Besitz 817 dem Kloster St. Hubert vom Lütticher Bischof Walcaud bestätigt wurde[5].

 

Nach dem “pouillé” von 1707 bezog der Pfarrer von Harlingen 30 Malter aus dem Zehnten und verfügte über ein Wittum von 3 Morgen und mehrere Naturalrenten. Den Rest des Zehnten bezog der Prior von Houffalize. Die Pfarrei Harlingen gehörte zum Dekanat Nives im Bistum Lüttich[6]. Harlingen war eine “quarta capella”.

 

Harlingen gehörte zur Propstei Bastnach (Meierei Donkols), von der es abgetrennt wurde, um mit der Herrschaft Losange verbunden zu werden, bei der es bis zur französischen Revolution verblieb.

 

1626 wurde die Herrschaft Losange für 9200 Gulden François de Vaulx verpfändet, der 1619 die Witwe von Hermann de Trappé, Bürgermeister von Lüttich († 1615), heiratete. Da er keine Kinder besaß und seinen Erwerb nicht regularisieren ließ, erwarb am 12. Mai 1666 durch Patentbrief von König Karl II. von Spanien Hermann de Trappé, ältester Sohn des verstorbenen Bürgermeisters von Lüttich, die Herrschaft Losange. Harlingen, Bauschleiden und Baschleiden wurden zu gleicher Zeit neben andern Dörfern von ihm erworben und zur Herrschaft Losange geschlagen, von der 1672 sieben Dörfer abgetrennt und an Jean du Trux verkauft wurden.

 

Hermann de Trappé hatte durch Testament vom 1. Juni 1681 seinem Neffen Hermann François de Trappé, Sohn des Laurent de Trappé und der Catherine de Liverloo, die Herrschaft Losange vermacht. Er starb am 29. August 1681. Da die Meierei von Hotte dem neuen Herrn den Adel und die Freiheit absprach, um ihn zur Bezahlung der Steuern zu zwingen, erklärte ein Erkenntnis des Staatsrates, das von König Ludwig XIV. bestätigt wurde, daß Hermann François de Trappé adeleger Herr von Losange sei und diese Herrschaft von allen staatlichen Abgaben frei sei.

 

Hermann François hatte am 13. Oktober 1702 seine Herrschaft seinem ältesten Sohn Hermann de Trappé hinterlassen, der mit Maria- Philippina von Cicignon, der Tochter des Herrn Karl von Cicignon von Oberwampach, verheiratet war. Er starb am 27. Juni 1706.

 

Die einzige Tochter des Hermann de Trappé und Maria-Philippina von Cicignon, Marie-Charlotte de Trappé, heiratete Albert-Louis de Monflin, Herrn von Bondorf. Durch Testament vom 5. September 1747 und Kodizill vom 30. August 1748 hinterließ Hermann de Trappé seiner Enkelin Marie-Charlotte, deren Vater 1735 zu Oberwampach gestorben war, seine Herrschaft Losange und all seine Rechte und Güter. Marie-Charlotte vermählte sich mit Edmond-Hermann de Trappé, der dadurch Herr von Losange wurde. Deren ältester Sohn Johann Hermann erhielt Losange, während deren Tochter Marie-Charlotte sich mit Lambert-Amand van den Steen de Jehay verheiratete. Nach der Revolution erhielt Amand van den Steen de Jahay, Neffe des Johann Hermann († am 4. September 1832), alle Güter der Familie in Losange. Er war zuerst Gouverneur der Provinz Lüttich und später belgischer Gesandter beim Vatikan († 1846) Später gingen sie an seinen Sohn Graf Louis van den Stehen de Jehay († 1864) und nach dessen Tod an dessen Neffen Frédéric van den Steen de Jehay über [7].

 

Losange besaß die drei Gerichtsbarkeiten, die durch Meier und Schöffen ausgeübt wurden.

 

In dem Weistum der Meierei Donkols vom 9. Oktober 1623 heißt es, daß in Harlingen 27 Häuser sind, von denen 12 befreit sind, deren Bewohner den Charakter von Bürgern besitzen. Die andern sind Leibeigene. Ein Haus gehört dem Herrn von Criechingen und ist im Besitz des Herrn de Witry. Das Feuerverzeichnis von 1469 gibt für Harlingen 31 Häuser und 2 Freileute (Francs-hommes) an. 1602 wird bloß Sondach Bouschman als Freimann genannt[8].



[1] E. Poncelet, Les chartes de Sainte-Croix, Bd. I, S. 1-2.

[2] Ib. S. 72.

[3] G. Kurth, Les chartes de l’abbaye de Saint-Hubert en Ardenne, Bd. I, S. 99; Archives de l’ancien évêché de Liège, Visites 51bis, fol. 5.

[4] Ib. Bd. I, S. 141.

[5] Denis Guilleaume, L’archidiaconé d’Ardenne dans l’ancien docèse de Liège, S. 231; G. Kurth, o.c. Bd. I, S.5.

[6] Archives de l’ancien évêché de Liège, Visites 51 bis, fol. 5.

[7] Cf. Emile Tandel, Les communes luxembourgeoises, tome IV, S. 662 fg.

[8] Cf. L. Lefèvre, Les Francs-hommes du Luxembourg, Annales de l’Institut archéologique du Luxembourg, 1955, t. 86.

 
Plan Bavigne
 
Plan Harlange
 
Plan Kaundorf
 
Plan Liefrange

 
Plan Mecher
 
Plan Nothum
 
Plan Tarchamps
 macommune.lu
Logo-Klimapakt-LU-trans.gif
© Administration Communale de Lac-Haute-Sûre